...hängt bei euch der Saum auch am absterbenden Ast ? ...

... Säume sind der Übergang zwischen Wald und z. B. Magerrasen oder einer Heckenlandschaft und Grünland oder aber auch zwischen einer Ackerfläche und einem Forstweg...

… sie sind wichtige Verbindungen zwischen verschiedenen Lebensräumen... in ihnen wird „gefuttert“, sich vermehrt und überwintert  … sie sind für viele Bestäuber und andere Nützlinge, Vögel, Feldhasen und Kleinsäuger uvm. wichtiger Lebensraum...

… zuerst verschwinden die Pflanzen und dann die Tiere...

… doch wie dem Saum zurück ins Leben helfen? … 

… meistens sind die Saum typischen Arten kaum noch im Boden vorhanden... ein reines Flächenzugeständnis wird erst verschwundene Säume nicht wieder ins Leben zurückholen...

… hier bieten zahlreiche Wildsaum-Samenmischungen wie z.B. von Rieger-Hofmann eine entsprechend ausgewogene Zusammensetzung gebietseigener und dem jeweiligen Standort angepasster ausdauernder Wildpflanzen  …

… invasive Neophyten haben in Mischungen von guter Qualität keinen Platz... 

… die Bodenstruktur muss bei der Anlage eines Saumes intensiv zerstört werden, nur so haben die frisch gesäten und am Boden angedrückten Samen eine Chance das Licht der Welt zu erblicken  ... 

… aber auch in innerstädtischem Bereich z.B. an Wegrändern, in Parkanlagen, auf Schulhöfen oder Friedhöfen sollte die Anlage eines Saumes nicht länger versäumt werden  …

Bild und Text (c) Moni mit Hut  ...

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Kommentare: 3
  • #1

    Die Gartenphilosophin (Donnerstag, 11 Januar 2018 16:36)

    Hallo Moni,

    das ist ein wichtiger Beitrag, der wirklich nicht versäumt werden sollte, gelesen zu werden. Säume gibt es hier in Norddeutschlang auch kaum mehr noch, sie werden dem letzten Ackerstreifen geopfert. Ein Elend.
    Auch ich arbeite in meiner Gemeinde daran, das wir uns mehr um nachhaltige Wildbluemnwiesen kümmern sollten und somit auch Säume schaffen.


    LG
    Die Gartenphilosophin

  • #2

    Hans-Dieter Wiesemann (Donnerstag, 11 Januar 2018 17:10)

    Die Entwicklung von Blütenpflanzenreichen Säumen in der freien Lnadschft ist nicht einfach. Man braucht Erfahrung, Geduld und einen langen Atem. Ich habe in der Regel Acker-Flächen mit Stiftungs- und/oder Naturschutzmitteln gefördert erworben (47,7 ha) und sie mit Feldheckenaus heimischen Gehölzen (24000 St) umpflanzt. Die Flächen wurden durch Selbstentwicklung in Grünland umgewandelt. Als ich 1990 anfing gab es noch keien zertifiziertes Saatgut. Jährlich im Spätsommer wurde anfänglich gemäht und sowei möglich abgeräumt . Nach 3-4 Jahren konnte mit einer extensiven Beweidung begonnen werden. Lohnender wäre eine sofortige Ansaat mit zertifiziertem Saatgut für die Beweidung aus regionalen Herkünften (Z.B Rieger-Hoffmann). Das erfordert aber deutlich höhere Mitteleinsätze, die ich nie hatte. Also habe ich versucht breite Säume in süd-südwestexposition entlang der Hecken jährlich zu mähen und abgeräumt, die Flächen 1 mal gemulcht. Nach 15-20 Jahren (!) stellt sich eine größere Artenvielfalt ein. Die Heu- oder Silagegewinnung klappt bei mir nur auf wenigen Flächen meist mit herkömmlichen Landwirten, selten mit Biobauern. Für eine Beweidung finde ich auch nicht mehr genug Interessenten , so dass ich die meisten Flächen 1-2 mal jährlich mulchen lassen muss. Leider bleibt die Biomasse auf der Fläche und behindert die Einwanderung von Blütenpflanzen. Ich habe eine Fläche von 3,6 ha Umfang nach 27 Jahren Entwicklung gerade auf ihren ökologischen Wert untersuchen lassen. Siehe da, 3/4 der Fläche hat sich von damals Ackerland in ein gestztlich geschüzten (§ 30 BNatSchG) Biotop verwandelt. Allerdings ist die Artenvielfalt unbefiredigend geblieben.

  • #3

    Karen Heyer (Donnerstag, 11 Januar 2018 18:49)

    Hallo Moni,
    ja leider! Hier werden die Säume immer weniger. Aber entlang des Wäldchens, was hinter unserem Grundstück liegt, ist ein Saum vorhanden. Sehr artenreich konnte er sich allerdings nicht entwickeln. Da dahinter ein Graben liegt, hat sich das drüsige Springkraut dort verbreitet. Ich versuche es im Zaum zu halten. Allerdings sind in dem Saum auch viele Brennesseln für unsere Schmetterlinge vorhanden :-)
    Liebe Grüße
    Karen